Tiefe Trauer um Alpinpolizist und Bergretter Franz Franzeskon
Bericht von tirol.orf.at
Innsbruck, 29. April 2012 - In Osttirol herrscht Entsetzen, Fassungslosigkeit und tiefe Trauer. Der bekannte und allseits geschätzte Chef der Alpinpolizei, Franz Franzeskon, ist nicht mehr. Ausgerechnet ein Mann, der bei unzähligen Einsätzen durch Kompetenz und Erfahrung glänzte, kam bei einem Bergeversuch auf äußerst tragische Weise ums Leben. Dem 52-Jährigen wurde ein missglücktes Hubschraubermanöver zum Verhängnis.

Franz Franzeskon, Leiter der Alpinpolizei Osttirol, ist am Sonntag bei einer Rettungsaktion am Großvenediger ums Leben gekommen (Bild: Hatz)

Franzeskon und 3 seiner Kollegen wurden nach einem schwierigen Bergeeinsatz am Großglockner Ende Oktober/Anfang November 2010 mit einem Belobigungszeugis durch den Landespolizeikommandanten Generalmajor Mag. Helmut Tomac ausgezeichnet (Bild: BMI)
Was genau am Venedigergletscher passierte, ist noch nicht restlos geklärt. Franz Franzeskon, Alpinpolizist und Bergretter, und zwei Bergretter wurden Sonntagfrüh am Seil eines Hubschraubers auf den Gletscher geflogen. Der Helikopter dürfte in Nebel geraten sein, daraufhin soll der Pilot die am Seil hängenden Bergretter ausgeklinkt haben. Sie stürzten zehn Meter tief auf das Eis. Alle drei wurden dabei schwer verletzt. Der Alpinpolizist erlag seinen Verletzungen.
Tomac: „Ermittlungen angelaufen“
Am Nachmittag trafen Landespolizeikommandant Helmut Tomac und Roy Knaus, der Chef des betroffenen Helikopter-Unternehmens, in Prägraten ein. Tomac gab sich zum Unfallhergang bedeckt, bestätigte, dass das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen habe und sagte: "Der heutige Tag ist einer, vor dem wir uns alle fürchten."
Ladstätter: „Unersetzlichen Freund verloren“
Peter Ladstätter, Chef der Osttiroler Bergrettung, zeigte sich tief betroffen. Mit Franzeskon habe man einen Freund und Menschen verloren, der unersetzlich sei. Alle Bergretter würden sich davor fürchten, dass man irgendwann heimfahre und einen Kameraden am Berg lassen müsse. Das sei das Schlimmste.
Noch sind jedoch viele Fragen unbeantwortet. Die zwei Bergretter befinden sich im Krankenhaus Lienz. Sie sind stabil, heißt es. Die Bergeaktion des in der Gletscherspalte verunglückten Alpinisten wurde vorübergehend unterbrochen.
Einsatzübung in der Nill am 07.04.2012
Annahme
Ein Paragleiter ist abgestürzt. Zufällig hat dies eine Person beobachtet und die Rettungskette alarmiert. Wir sind zur Unfallstelle ausgerückt und haben ihn mittels der Gebirgstrage abtransportiert.
Lawinenübung Stallersattel
Ein Szenario, dass man sich als Bergretter sicherlich nie wünscht, wurde bei der groß Lawinenübung am Stallersattel im Defereggental extrem gut simuliert. Insgesamt 174 Mann der Bergrettung, Alpin Polizei, Hundeführer und des Bundesheeres vom Jägerbatallion 24 nahmen an dieser mächtigen Übung teil.
Unsere Ortsstelle war mit insgesamt 6 Mann beteiligt.
